Die rechtliche Lage: Wer trägt die Kosten für eine Entrümpelung?
Die Antwort auf die Kostenfrage, genauer gesagt auf die Entrümpelungskosten, hängt in Österreich primär davon ab, wo die Gegenstände abgestellt wurden und ob ein Besitzer ausfindig gemacht werden kann.
- Allgemeine Teile des Hauses (Flur, Keller, Hof): Sind die Objekte nachweislich herrenlos, können die Entrümpelungskosten im Vollanwendungsbereich des MRG als Betriebskosten (Unratabfuhr) anteilig auf alle Mieter umgelegt werden.
- Wohnung oder privates Kellerabteil: Entrümpelungskosten für die Räumung nach einem Auszug oder einer Delogierung dürfen nicht über die Betriebskosten verrechnet werden. Hier haftet primär der (Ex-)Mieter.
- Spezialfall Verlassenschaft: Stirbt ein Mieter ohne Erben, muss oft ein Verlassenschaftskurator bestellt werden. Reicht das Erbe nicht aus, bleibt die Räumung samt Entrümpelungskosten am Vermieter hängen.
Wichtig: Bevor Sie einen Entrümpler beauftragen, müssen Sie den Verursacher (falls bekannt) mit angemessener Frist zur Entfernung auffordern. Aushänge im Haus oder Briefe sind hier als Nachweis essenziell.
Vorbereitung und Planung der Entrümpelung: Was Vermieter beachten sollten
Eine gut durchdachte Vorbereitung ist der Schlüssel zu einer reibungslosen und kosteneffizienten Entrümpelung. Als Vermieter sollten Sie bereits im Vorfeld eine umfassende Kostenübersicht erstellen, um alle anfallenden Kostenpunkte im Blick zu behalten. Dazu zählen nicht nur die reinen Kosten für die Entrümpelung, sondern auch mögliche Zusatzkosten für die Sperrmüllabholung, die Entsorgung von Sondermüll oder zusätzliche Reinigungsarbeiten.
Gerade bei einer kompletten Haushaltsauflösung empfiehlt es sich, eine detaillierte Liste aller zu entsorgenden Gegenstände und Möbel zu erstellen. So behalten Sie den Überblick und können dem Entrümpler eine klare Einschätzung des Umfangs geben. Die Anforderungen an die Entrümpelung hängen stark von der Objektgröße, dem Zustand der Räume und der Art der zu entsorgenden Gegenstände ab. Experten können hier durch eine Vor-Ort-Besichtigung den tatsächlichen Bedarf an Personal, Fahrzeugen und Entsorgungskapazitäten besser einschätzen.
Ein offener Kontakt zum Entrümpelungsdienstleister ist essenziell: Scheuen Sie sich nicht, gezielte Fragen zu stellen und auf eine transparente Preisgestaltung zu bestehen. Seriöse Anbieter legen alle Kostenpunkte offen und informieren Sie über mögliche Zusatzkosten, bevor die Arbeiten beginnen. So behalten Sie als Vermieter die Kontrolle über den Ablauf und können sicherstellen, dass die Entrümpelung Ihren Anforderungen entspricht.
Entrümpelung Kosten: Was kostet der Service 2026?
Die Entrümpelungskosten variieren stark je nach Umfang, Größe und Art der zu räumenden Räumlichkeiten – etwa Wohnungen, Häuser oder Büros – sowie nach speziellen Anforderungen wie dem Umgang mit Sonderabfällen oder großen Möbelstücken. Auch der Zustand der Immobilie und die Zugänglichkeit (z. B. fehlender Aufzug) beeinflussen die Kosten maßgeblich.
Typische Preise für eine professionelle Entrümpelung liegen zwischen 10 und 70 Euro pro Quadratmeter, häufig werden auch 25 bis 40 Euro pro Quadratmeter oder 10 bis 30 Euro pro Quadratmeter genannt. Für Häuser kann die Preisregelung auch nach entsorgtem Kubikmeter erfolgen (80 € – 120 € pro m³). Die Stundenlöhne für Arbeitskräfte liegen meist zwischen 30 € und 50 €. Für eine 2-Zimmer-Wohnung fallen in der Regel 800 € bis 2.500 € an, eine normale 3-Zimmer-Wohnung kostet zwischen 1.800 € und 3.500 €, während kleine Wohnungen (40–50 m²) zwischen 400 € und 900 € kosten. Ein Keller oder Dachboden mit ca. 20 m² schlägt mit 300 € bis 1.100 € zu Buche. Einfamilienhäuser kosten für die Entrümpelung meist zwischen 2.000 € und 5.000 € oder mehr. Messie-Wohnungen verursachen oft Kosten von 3.000 € bis 10.000 €+ für ein ganzes Haus und können 50 bis 100 Prozent über den Kosten einer regulären Entrümpelung liegen. Gewerbliche Räumungen wie die Entrümpelung von Büros sind meist teurer als private, da hier oft größere Flächen, spezielle Anforderungen und zusätzliche Leistungen wie die Entsorgung von Elektrogeräten anfallen. Viele Anbieter bieten nach einer kostenlosen Besichtigung ein verbindliches Pauschalangebot oder Festpreisangebot (meist 400 € bis 3.000 €+) an, das für Planungssicherheit sorgt. Die Wertanrechnung von brauchbaren Möbeln kann die Gesamtkosten durch Abzug des Wertes senken.
Die Kostenpunkte variieren je nach Objektgröße, Menge des Abfalls und dem Arbeitsaufwand (z. B. Stockwerk ohne Aufzug). Für eine erste Einschätzung helfen folgende Richtwerte:
Das Zerlegen von Möbeln, das Entfernen von Einbauten und schwierige Transportwege (wie fehlende Aufzüge) erhöhen die Kosten zusätzlich. Der Umfang und die Größe der zu räumenden Fläche sind entscheidend für die Gesamtkosten. Bei speziellen Anforderungen, wie der Entsorgung von Sonderabfällen, können zusätzliche Gebühren anfallen.
Kostenübersicht nach Wohnungsgröße (Beispiel Wien/Österreich)
| Objekt | Fläche (ca.) | Kosten für eine Entrümpelung |
|---|---|---|
| Keller / Dachbodenabteil | 5–10 m² | 250 € – 550 € |
| Kleine Wohnung | 40–50 m² | 400 € – 900 € |
| 2 Zimmer Wohnung | 50–60 m² | 900 € – 1.600 € |
| 3 Zimmer Wohnung | 75–90 m² | 1.400 € – 2.400 € |
| Einfamilienhaus | 120–150 m² | 2.000 € – 5.000 €+ |
| Büros / Gewerberäume | 50–100 m² | ab 1.500 € (gewerbliche Räumungen meist teurer) |
| Messie Wohnung | Variabel | Ab 3.500 € (wegen Gefahrenstoffen) |
Faktoren, die den Preis beeinflussen:
- Sperrmüllabholung & Deponiegebühren: Diese machen oft den größten Teil der Entrümpelungskosten aus. Die Menge und Art des Abfalls, insbesondere Sonderabfälle, erhöhen die Kosten durch zusätzliche Entsorgungsgebühren.
- Umfang, Größe & Form der Räumlichkeiten: Umfang, Größe (z. B. Quadratmeterzahl) und Form der zu räumenden Räume sind maßgeblich für die Entrümpelungskosten. Größere Flächen oder verwinkelte Räume verursachen meist mehr Aufwand und höhere Kosten.
- Zusatzkosten: Bereitstellung einer Halteverbotszone, Entsorgung von Problemstoffen (Kühlschränke, Batterien) oder Bauschutt. Schwierige Transportwege und fehlende Aufzüge führen zu längeren Arbeitszeiten und damit zu höheren Kosten.
- Pauschalangebote: Viele Anbieter bieten nach einer kostenlosen Besichtigung ein verbindliches Pauschalangebot an. Für Standardräumungen sind Pauschalpreise üblich.
- Messie-Wohnungen: Bei starkem Messie-Zustand können die Kosten bis zu 95 €/m² betragen und liegen damit 50–100 % über den normalen Entrümpelungskosten.
- Wertanrechnung: Seriöse Firmen ziehen den Wert von gut erhaltenen Möbeln oder Antiquitäten direkt vom Preis ab, wodurch sich die Gesamtkosten reduzieren können.
Festpreis Angebot vs. Kostenvoranschlag
Bei der Suche nach einer Entrümpelungsfirma sollten Sie auf maximale Transparenz achten. Viele Anbieter erstellen nach einer kostenlosen Besichtigung vor Ort ein verbindliches Pauschalangebot, das auf Ihre individuellen Anforderungen zugeschnitten ist. Ein Festpreis Angebot nach einer kostenlosen Besichtigung ist der Goldstandard. So vermeiden Sie „böse Überraschungen“ durch nachträglich verrechnete Arbeitszeit oder versteckte Gebühren. Verbindliche Festpreisangebote für Entrümpelungen liegen meist zwischen 400 € und 3.000 € oder mehr. Es empfiehlt sich, mehrere Angebote von verschiedenen professionellen Entsorgungsfirmen einzuholen, um die besten Preise und Leistungen zu vergleichen.
Merkmale einer seriösen Entrümpelungsfirma:
- Haftpflichtversicherung: Unverzichtbar, falls beim Transport im Stiegenhaus Schäden entstehen.
- Referenzen: Erfahrung mit Haushaltsauflösung oder Wohnungsauflösung in Ihrer Umgebung (z. B. Entrümpelung in Wien).
- Besenreine Übergabe: Die Räumlichkeiten sollten nach der Tätigkeit sauber hinterlassen werden.
Spartipps für Vermieter: Den Aufwand minimieren
- Hausflohmarkt: In Städten wie Wien ist es Trend, eine Wohnung vor der finalen Räumung für einen Tag zu öffnen („Open House Flohmarkt“). Privatpersonen nehmen oft viele Sachen gegen ein kleines Geld mit.
- Online-Verschenken: Kleinanzeigen für „Selbstabholer“ reduzieren die Menge an Sperrmüll massiv.
- Kostenlose Erstbesichtigung: Nutzen Sie einen Kostenrechner oder ein Erstgespräch via Telefon, um vorab ein Gefühl für das Budget zu bekommen.
Steuerliche Aspekte: Was Vermieter absetzen können
Auch aus steuerlicher Sicht lohnt es sich für Vermieter, die Kosten für eine Entrümpelung genau zu prüfen. Unter bestimmten Voraussetzungen können die Kosten für eine Entrümpelung, die Entsorgung von Abfällen sowie eventuell anfallende Reinigungsarbeiten als Werbungskosten oder Betriebsausgaben im Rahmen der Steuererklärung geltend gemacht werden. Das gilt insbesondere dann, wenn die Entrümpelung im Zusammenhang mit der Vermietung steht.
Wichtig ist, sämtliche Ausgaben sorgfältig zu dokumentieren. Bewahren Sie alle Rechnungen, Quittungen und gegebenenfalls Fotos oder Videos vom Zustand der Wohnung oder des Hauses vor und nach der Entrümpelung auf. Diese Nachweise sind unerlässlich, um die Kosten für eine Entrümpelung steuerlich absetzen zu können.
Eine professionelle Steuerberatung kann Ihnen helfen, die individuellen Möglichkeiten optimal auszuschöpfen und alle relevanten steuerlichen Aspekte zu berücksichtigen. Besonders interessant: Wird die Entrümpelung als haushaltsnahe Dienstleistung durchgeführt, können die Kosten unter bestimmten Bedingungen zusätzlich steuerlich geltend gemacht werden.
Eine vorausschauende Budgetplanung hilft Ihnen, die Kosten im Rahmen zu halten und von steuerlichen Vorteilen zu profitieren. So bleibt die Entrümpelung nicht nur organisatorisch, sondern auch finanziell unter Kontrolle.
Spezialfall: Das Pfandrecht des Vermieters
Wenn ein Mieter mit der Miete im Rückstand ist, haben Sie an den eingebrachten Sachen ein gesetzliches Pfandrecht. Vorsicht: Sie dürfen die Wohnung dennoch nicht eigenmächtig entrümpeln. Dies darf nur im Rahmen einer gerichtlichen Exekution durch einen Gerichtsvollzieher geschehen. Erst nach der offiziellen Wohnungsauflösung können Sie die verbliebenen Werte verwerten, um Ihre Kosten zu decken.

