Studentenheim, WG oder Wohnung: Was kostet was in Wien?

Wohnung? Wir vergleichen, was Studierende in Wien tatsächlich fürs Wohnen zahlen, wie sich die Wohnformen unterscheiden und welche Option zu deinem Budget passt.

Veröffentlicht 29. Sep. 26 · 6 Min. Lesezeit

Thumbnail zum Vergleich der Wohnkosten von Studentenheim, WG und eigener Wohnung in Wien.“

Studentenheim, WG oder eigene Wohnung? Wer zum Studieren nach Wien zieht, entscheidet damit nicht nur über Privatsphäre und Zusammenleben, sondern vor allem über das monatliche Budget. Und die vermeintlich günstigste Variante ist nicht automatisch die billigste: Laut Studierenden-Sozialerhebung liegen Heim und WG in Wien im Durchschnitt fast gleichauf. [1]

Kurzantwort:

  • Studierende an Wiener Hochschulen zahlten 2025 im Schnitt 522 € im Wohnheim, 512 € in einer WG und 674 € im Einzelhaushalt. [1]
  • Wer 2026 neu sucht, kann deutlich höhere Preise vorfinden, besonders bei eigenen Wohnungen am freien Markt.
  • Ein Studentenheim bietet oft planbare Kosten, Plätze für das Wintersemester sind aber schnell vergeben. (aus eigener Erfahrung)
  • Eine eigene Wohnung bietet die meiste Privatsphäre, verlangt aber meist das höchste Budget und den größten organisatorischen Aufwand.

Stand der Preise und Regeln: September 2026.

Die drei Wohnformen im Überblick

Die beste Vergleichsbasis liefert die Studierenden-Sozialerhebung 2025 des IHS. Sie erfasst, was Studierende tatsächlich monatlich für ihre Wohnform bezahlen – inklusive Wohnnebenkosten und gegebenenfalls Wohnkreditraten. Für Studierende am Hochschulstandort Wien ergeben sich folgende Durchschnittswerte: 

Wohnform

Ø monatliche Wohnkosten in Wien

Was du dafür bekommst

Studentenheim

522 €

eigenes oder geteiltes Zimmer, oft möbliert, häufig Nebenkosten inklusive

WG

512 €

eigenes Zimmer, Küche und Bad werden geteilt

Eigene Wohnung

674 €

maximale Privatsphäre, eigener Haushalt

Eine wichtige Überraschung: Das Studentenheim war im Durchschnitt nicht günstiger als die WG. Die Differenz beträgt gerade einmal zehn Euro. Das IHS erklärt die vergleichsweise hohen Wiener Heimkosten unter anderem damit, dass es hier viele private und gewerbliche Betreiber gibt, die häufig teurer sind als gemeinnützige Heime. [1] Die Zahlen bedeuten aber nicht, dass du heute problemlos eine eigene Wohnung für 674 Euro findest. Die Erhebung umfasst Studierende mit bestehenden Verträgen und unterschiedlichen Wohnungstypen. Sie misst also tatsächliche Wohnkosten 2025 und keine aktuellen Angebotsmieten für Neuverträge. Die aktuellen Mietpreise in Wien (Angebotsmieten) kannst du bei Lystio nachschauen. 

Genau diese Unterscheidung ist wichtig, wenn du gerade erst mit der Wohnungssuche beginnst.

Was ein Studentenheim in Wien kostet

Beim Studentenheim ist der größte Vorteil die Planbarkeit. Bei vielen Häusern sind Strom, Heizung und teilweise Internet bereits im monatlichen Preis enthalten. Du musst dich also nicht selbst um Stromvertrag, Internetanschluss oder die Aufteilung der Betriebskosten kümmern.

Bei WIHAST liegen die veröffentlichten Preise für das Studienjahr 2026/27 beispielsweise bei 320 Euro pro Platz in der Hainburgerstraße. Einzelzimmer starten je nach Haus etwa bei 407 bis 467 Euro. Im Heim in der Hirschengasse kostet ein Einzelzimmer beispielsweise ab 467 Euro monatlich, ein Zweibettzimmer ab 374 Euro. Die angegebenen Preise enthalten laut Betreiber alle Nebenkosten wie Strom und Heizung. Bei Erstbezug verlangt WIHAST zusätzlich eine Kaution von 600 Euro. [2]

Das heißt aber nicht, dass Studentenheime generell in dieser Preisspanne liegen. Betreiber, Lage, Zimmergröße, Einzel- oder Doppelzimmer und Ausstattung können den Preis deutlich verändern.

Der größere Engpass ist aktuell ohnehin nicht unbedingt der Preis, sondern die Verfügbarkeit. OeAD Student Housing meldet seine Wiener Unterkünfte für das Wintersemester 2026 als ausgebucht. Auch Home4students schreibt, dass die Plätze für das Wintersemester 2026/27 vergeben sind. Bei Home4students wird unter anderem nach Anmeldedatum gereiht. [3][4]

Wenn du im Herbst mit dem Studium beginnst, solltest du dich deshalb nicht erst im September um einen Heimplatz kümmern. Das Studentenheim funktioniert besonders gut für dich, wenn du früh planen kannst, neu nach Wien kommst und möglichst wenig organisatorischen Aufwand haben möchtest.

Was ein WG-Zimmer oder eine eigene Wohnung kostet

Eine WG kann finanziell ähnlich günstig sein wie ein Studentenheim, bietet aber ein anderes Wohngefühl. Du hast normalerweise dein eigenes Zimmer, teilst Küche, Bad und eventuell Wohnzimmer aber mit anderen. Laut IHS zahlten Studierende in Wiener WGs 2025 durchschnittlich 512 Euro pro Monat. [1]

Wer heute neu sucht, sollte etwas mehr Puffer einplanen. Auf studentisch ausgerichteten Marktplätzen können die aktuell angebotenen WG-Zimmer deutlich darüber liegen. Solche Werte sind allerdings immer nur eine Momentaufnahme des Angebotsmarkts und keine amtliche Durchschnittsstatistik. [5]

Bei einer WG solltest du deshalb nicht nur auf die Zahl im Inserat schauen. Entscheidend ist, was enthalten ist: Betriebskosten, Strom, Heizung und Internet können bereits im Preis stecken oder zusätzlich verrechnet werden.

Noch größer wird der Unterschied bei einer eigenen Wohnung. Das IHS kommt bei bereits allein wohnenden Wiener Studierenden auf durchschnittliche Wohnkosten von 674 Euro. [1]

Auf dem aktuellen Angebotsmarkt liegen Wohnungen jedoch deutlich höher. In einer Lystio-Auswertung von 13.817 Wiener Mietinseraten lag die Median-Angebotsmiete bei 1.199 Euro beziehungsweise 21,38 Euro pro Quadratmeter. Dieser Wert umfasst den gesamten Wiener Angebotsmarkt, also alle größen von 30 m2-300 m2, und nicht speziell kleine Studentenwohnungen. [6] Er ist auch deshalb nicht direkt mit den 674 Euro aus der Studierenden-Sozialerhebung vergleichbar. Er zeigt aber, warum eine neu angemietete Wohnung am freien Wiener Markt für Studierende schnell teuer werden kann. 

Ein einfaches Budgetbeispiel macht den Unterschied sichtbar.

Annahmen: Du hast monatlich 1.200 Euro zur Verfügung. Für den Vergleich verwenden wir zunächst die tatsächlich erhobenen Wiener Durchschnittskosten des IHS von 2025. [1]

Wohnform

Wohnkosten

Von 1.200 € 

Studentenheim

522 €

678 €

WG

512 €

688 €

Eigene Wohnung

674 €

526 €

Von diesem Rest musst du noch Lebensmittel, Öffis, Handy, Studium, Freizeit und alle anderen Ausgaben bezahlen. Findest du dagegen nur eine Wohnung nahe der aktuellen Wiener Median-Angebotsmiete, reicht ein Monatsbudget von 1.200 Euro praktisch schon für die Wohnung allein.

Welche Wohnform zu deiner Situation passt

Ein Studentenheim passt besonders gut zum Studienstart. Du kommst mit relativ wenig Organisation aus, lernst schnell andere Studierende kennen und viele laufende Kosten sind bereits gebündelt. Der Nachteil: Du hast weniger Freiheit bei Zimmerwahl und Hausregeln und musst vor allem früh genug einen Platz bekommen. Die WG ist oft der beste Mittelweg zwischen Kosten und Selbstständigkeit. Du kannst dir Lage und Mitbewohner stärker aussuchen als im Heim und teilst die großen Kosten einer Wohnung. Dafür hängt viel davon ab, ob die WG menschlich funktioniert und wie der Mietvertrag gestaltet ist. Die eigene Wohnung ist die Variante mit der meisten Privatsphäre. Gleichzeitig trägst du Miete und laufende Kosten alleine. Man darf auch nicht unterschätzen, dass es vor allem für Studenten die nicht in Wien aufgewachen sind schwer werden könnte einen Anhang zu finden. Für Studierende mit knappem Budget ist die Neuvermietung am freien Wiener Markt deshalb meist die schwierigste Variante.

Bei der Wohnbeihilfe gibt es einen wichtigen Unterschied: Für Personen, die in einem Heim im Sinne des Wiener Wohnbauförderungsrechts wohnen, besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Wiener Wohnbeihilfe. Für eine normale Wohnung müssen unter anderem die Voraussetzungen hinsichtlich Hauptwohnsitz, Haushalt und Mietverhältnis erfüllt sein. [7] [8]

Bei einer WG solltest du besonders auf den Vertrag achten. Das Wiener Wohnbeihilfegesetz knüpft den Anspruch an bestimmte Voraussetzungen des Mietverhältnisses. Wenn du lediglich ein einzelnes Zimmer untergemietet hast, solltest du deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass du Wohnbeihilfe bekommst. [8]

Und dann gibt es noch eine langfristige vierte Möglichkeit: geförderte Wohnungen und Gemeindewohnungen. Sie können preislich interessant sein, sind aber keine schnelle Alternative für alle, die gerade fürs erste Semester nach Wien ziehen.

Für das Wiener Wohn-Ticket gelten bestimmte Voraussetzungen hinsichtlich Alter, Hauptwohnsitz und Aufenthaltsstatus. Je nach Wohnungsart können weitere Bedingungen hinzukommen. [9]

Was du jetzt tun kannst

  1. Setze zuerst dein maximales Wohnbudget fest. Rechne nicht nur die Miete, sondern auch Strom, Heizung, Internet und einmalige Kosten wie die Kaution ein. Wenn nach dem Wohnen kaum Geld für Lebensmittel, Öffis und Alltag bleibt, ist die Wohnung zu teuer, auch wenn du sie formal bezahlen könntest.
  2. Suche parallel nach Heim und WG. Gerade vor dem Wintersemester solltest du nicht auf eine einzige Option setzen. Bewirb dich früh bei mehreren Studentenheimen und beobachte gleichzeitig aktuelle WG-Zimmer.
  3. Vergleiche erst dann eigene Wohnungen. Wenn dein Budget reicht oder du bewusst alleine wohnen möchtest, filtere nach kleinen Wohnungen und vergleiche immer die tatsächlichen Gesamtkosten. Auf Lystio kannst du aktuelle Mietwohnungen in Wien direkt auf der Karte ansehen.

Häufig gestellte Fragen

Es gibt keinen eindeutigen Sieger. Laut Studierenden-Sozialerhebung 2025 lagen WGs mit durchschnittlich 512 Euro knapp vor Studentenheimen mit 522 Euro. Der Unterschied ist so klein, dass der konkrete Vertrag wichtiger ist als die Wohnform allein.[1]

Das hängt stark vom Betreiber und Zimmertyp ab. Bei WIHAST beginnen die veröffentlichten Preise für 2026/27 beispielsweise bei 320 Euro pro Platz. Einzelzimmer in mehreren Häusern starten bei rund 400 bis 470 Euro. [2]

Nicht automatisch. Im Wiener Durchschnitt lagen beide Wohnformen 2025 praktisch gleichauf. [1] Bei der aktuellen Suche solltest du deshalb immer vergleichen, welche Nebenkosten im jeweiligen Preis bereits enthalten sind.

Studierende sind nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Entscheidend sind unter anderem Mietverhältnis, Hauptwohnsitz, Haushaltseinkommen und Wohnungsaufwand. Für klassische Heime besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Wiener Wohnbeihilfe. Bei einer WG kann außerdem die konkrete Vertragsform entscheidend sein. [7] [8]

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