Verkaufen20. August 2026 · 4min

Immobilie verkaufen Wien: Was beim Verkauf wirklich zählt

Mikail Celik
Mikail CelikÜber den Autor

Der Artikel zeigt dir, wie du den richtigen Preis findest, deine Immobilie überzeugend vermarktest und typische Fehler beim Verkauf vermeidest. Dazu bekommst du aktuelle Lystio-Marktdaten für Wien und erfährst, warum Lage, Objektart und die richtige Verkaufsstrategie entscheidend für einen erfolgreichen Abschluss sind.

Frau mit Tablet vor einem Wohnhaus, Titelbild zum Ratgeber ‚Immobilie verkaufen in Wien

Du möchtest eine Immobilie in Wien verkaufen? Dann solltest du vor allem drei Dinge klären: Wie ist deine Immobilie am Wiener Markt einzuordnen, welcher Verkaufspreis ist realistisch und wie möchtest du den Verkauf angehen?

Gerade in Wien reicht ein durchschnittlicher Quadratmeterpreis als Orientierung nicht aus. Eine Immobilie in der Inneren Stadt konkurriert mit anderen Objekten als eine Immobilie in Donaustadt, Floridsdorf oder Liesing. Gleichzeitig können sich selbst innerhalb eines Bezirks Angebot, Nachfrage und Käufergruppen unterscheiden.

Deshalb lohnt es sich, den Wiener Immobilienmarkt zuerst einzuordnen und anschließend die eigene Immobilie mit möglichst vergleichbaren Objekten zu bewerten.

Lystio-Marktdaten: So verteilt sich das Kaufangebot in Wien

Ein Blick auf die Angebotsdaten zeigt, wie groß und unterschiedlich der Wiener Immobilienmarkt ist. Im Zeitraum vom 1. August 2025 bis 1. August 2026 wurden auf Lystio insgesamt 44.799 Kaufimmobilien in Wien erfasst.

Mit Abstand den größten Teil des Angebots bilden Wohnungen. 38.989 Inserate beziehungsweise 87,0 % des gesamten Wiener Kaufangebots entfielen auf Wohnungen. Häuser machten mit 2.670 Inseraten 6,0 % aus, Grundstücke mit 870 Inseraten 1,9 %.

Der übrige Markt verteilt sich auf 965 Gewerbeimmobilien (2,2 %), 693 Büros (1,5 %), 522 Zinshäuser (1,2 %) und 89 Garagen (0,2 %). Zusätzlich wurde ein WG-Zimmer als Kaufangebot erfasst.

ImmobilienartInserateAnteil
Wohnungen38.98987,0 %
Häuser2.6706,0 %
Gewerbeimmobilien9652,2 %
Grundstücke8701,9 %
Büros6931,5 %
Zinshäuser5221,2 %
Garagen890,2 %
WG-Zimmer1<0,1 %
Wien gesamt44.799100,0 %

Die Zahlen zeigen deutlich, dass der Wiener Kaufmarkt vor allem ein Wohnungsmarkt ist. Trotzdem spielen je nach Bezirk und Lage auch Häuser, Grundstücke, Zinshäuser und andere Immobilienarten eine relevante Rolle. Für Verkäufer ist deshalb nicht nur entscheidend, wie sich der Gesamtmarkt entwickelt, sondern auch, wie groß das konkrete Angebot an vergleichbaren Immobilien in der eigenen Umgebung ist.

In welchen Wiener Bezirken werden besonders viele Immobilien angeboten?

Auch innerhalb Wiens ist das Kaufangebot sehr unterschiedlich verteilt. Den größten Anteil hatte im untersuchten Zeitraum die Donaustadt mit 6.488 Inseraten beziehungsweise 14,5 % des gesamten Wiener Kaufangebots. Dahinter folgten Landstraße mit 4.402 Inseraten (9,8 %) und Floridsdorf mit 4.343 Inseraten (9,7 %).

Ebenfalls vergleichsweise große Angebotsanteile entfielen auf Favoriten mit 7,7 %, Döbling und Ottakring mit jeweils 5,2 % sowie Liesing mit 5,1 %.

BezirkInserateAnteil am Wiener Kaufangebot
1. Innere Stadt4361,0 %
2. Leopoldstadt2.0104,5 %
3. Landstraße4.4029,8 %
4. Wieden8441,9 %
5. Margareten1.2832,9 %
6. Mariahilf4941,1 %
7. Neubau6141,4 %
8. Josefstadt2560,6 %
9. Alsergrund1.2642,8 %
10. Favoriten3.4597,7 %
11. Simmering1.1232,5 %
12. Meidling1.6113,6 %
13. Hietzing1.2702,8 %
14. Penzing1.8104,0 %
15. Rudolfsheim-Fünfhaus1.2332,8 %
16. Ottakring2.3235,2 %
17. Hernals1.4893,3 %
18. Währing1.5713,5 %
19. Döbling2.3515,2 %
20. Brigittenau1.8514,1 %
21. Floridsdorf4.3439,7 %
22. Donaustadt6.48814,5 %
23. Liesing2.2745,1 %
Wien gesamt44.799100,0 %

Für dich als Verkäufer bedeutet ein hoher Angebotsanteil in einem Bezirk allerdings nicht automatisch, dass dort Immobilien schwerer zu verkaufen sind. Bezirke unterscheiden sich erheblich in Größe, Einwohnerzahl, Bautätigkeit und Zusammensetzung des Immobilienbestands. Die Zahlen zeigen deshalb zunächst, wo besonders viel Verkaufsangebot vorhanden ist, nicht wie stark die Nachfrage oder wie hoch der erzielbare Verkaufspreis ist.

Genau deshalb sollte die Bewertung deiner Immobilie nicht allein auf Bezirksebene erfolgen. Entscheidend ist, welche vergleichbaren Objekte in deiner konkreten Mikrolage angeboten werden und wie sich deine Immobilie hinsichtlich Lage, Zustand, Größe und Nutzungsmöglichkeiten davon unterscheidet.

Datenbasis: Lystio-Kaufinserate in Wien im Zeitraum 01.08.2025 bis 01.08.2026. Die Werte beschreiben das beobachtete Inseratsangebot und keine tatsächlich abgeschlossenen Immobilientransaktionen.

Immobilie verkaufen in Wien: Wie findest du einen realistischen Preis?

Die Preisfindung ist einer der wichtigsten Schritte beim Immobilienverkauf. Im Ablauf der Preisfindung werden zuerst Objektdaten, Lage und Vergleichswerte geprüft; eine professionelle Immobilienbewertung sorgt dabei für eine marktgerechte Preisgestaltung. Dabei solltest du Marktwert, Angebotspreis und tatsächlichen Verkaufspreis voneinander unterscheiden.

Der Marktwert beschreibt, welchen Wert eine Immobilie unter den aktuellen Marktbedingungen voraussichtlich hat. Der Angebots- oder Startpreis ist dagegen der Preis, mit dem die Immobilie am Markt angeboten wird; in Wien liegen die Preise pro Quadratmeter je nach Lage und Objekt grob zwischen 2.500 € und 18.000 €. Der endgültige Verkaufspreis entsteht erst durch die tatsächliche Nachfrage und die Verhandlungen mit einem Käufer.

Für eine belastbare Immobilienbewertung solltest du deshalb nicht nur andere Inserate betrachten. Aktive Angebote zeigen, welche Preise Verkäufer verlangen, aber nicht, welche Preise am Ende tatsächlich akzeptiert werden. Ein zu hoher Preis kann den Verkaufsprozess unnötig verlängern.

Wichtiger sind möglichst vergleichbare Immobilien. Dabei spielen unter anderem folgende Faktoren eine Rolle:

  • konkrete Lage und Umgebung
  • Immobilienart
  • Fläche
  • Zustand
  • Baujahr
  • Grundriss
  • Freiflächen
  • öffentliche Verkehrsanbindung
  • Nutzungsmöglichkeiten
  • Angebot vergleichbarer Immobilien

Besonders in Wien sollte die Lage möglichst genau betrachtet werden. Ein Durchschnittswert für einen gesamten Bezirk kann eine erste Orientierung liefern, ersetzt aber keine objektbezogene Wertermittlung.

Wohnung, Haus oder Grundstück verkaufen: Die Unterschiede sind groß

Der Begriff Immobilie verkaufen Wien umfasst sehr unterschiedliche Objektarten. Genau deshalb sollte eine Eigentumswohnung nicht nach denselben Kriterien bewertet und vermarktet werden wie ein Haus, ein Grundstück oder ein Zinshaus.

Bei Wohnungen können beispielsweise Gebäudetyp, Stockwerk, Grundriss, Zustand des Hauses oder Freiflächen eine wichtige Rolle spielen. Beim Haus kommen andere Faktoren hinzu, während bei Grundstücken Widmung und mögliche Bebauung entscheidend sein können.

Die objektspezifischen Besonderheiten behandeln wir deshalb separat:

Wohnung verkaufen in Wien – zum Ratgeber

Haus verkaufen in Wien – zum Ratgeber

Bei Grundstücken, Zinshäusern oder Entwicklungsobjekten kann sich zusätzlich die Käufergruppe unterscheiden. Während klassische Wohnimmobilien häufig von privaten Käufern gesucht werden, können bei solchen Objekten auch Bauträger, Investoren oder Unternehmen relevant sein.

Immobilie privat verkaufen oder einen Immobilienmakler beauftragen?

Eine Immobilie kannst du grundsätzlich auch selbst verkaufen. Beim Privatverkauf behältst du die Kontrolle über Preis, Inserat, Kommunikation und Besichtigungen. Gleichzeitig musst du diese Aufgaben selbst übernehmen, wodurch der eigene aufwand deutlich höher sein kann.

Ein Immobilienmakler kann insbesondere bei der Bewertung, Vermarktung, Koordination von Interessenten und bei Verhandlungen unterstützen. Relevant ist dabei vor allem, ob der Makler Erfahrung mit deiner Immobilienart und dem jeweiligen Teil des Wiener Marktes hat, denn persönliche Beratung und lokale Expertise können den Verkaufsprozess oft effizienter steuern.

Wenn du einen Makler auswählst, solltest du deshalb nicht nur die Kosten vergleichen. Sinnvolle Fragen sind zum Beispiel:

  • Welche vergleichbaren Immobilien hast du bereits verkauft?
  • Wie kommst du zu deiner Bewertung?
  • Welchen Startpreis empfiehlst du und warum?
  • Wie soll die Immobilie vermarktet werden?
  • Wie werden Interessenten ausgewählt und Besichtigungen organisiert?
  • Wie läuft die Kommunikation während des Verkaufs?

Eine besonders hohe Bewertung ist dabei nicht automatisch die beste Bewertung. Entscheidend ist, ob die Preisfindung nachvollziehbar begründet werden kann, weil sich typische fehler vor allem bei Bewertung, Vermarktung und Verhandlungen auf das Ergebnis auswirken können.

Was gehört zu einer guten Vermarktung?

Eine gute Vermarktung soll Interessenten schnell die Informationen liefern, die sie für eine erste Einschätzung benötigen. Dazu gehören eine klare Beschreibung, hochwertige Bilder, nachvollziehbare Grundrisse und vollständige Angaben zum Objekt.

Gleichzeitig sollte die Vermarktung zur jeweiligen Käufergruppe passen. Bei einer klassischen Wohnimmobilie können andere Merkmale wichtig sein als bei einem Grundstück oder Zinshaus.

Auch Reichweite allein reicht nicht aus. Ein Inserat kann auf mehreren Plattformen sichtbar sein und trotzdem wenig passende Anfragen erzeugen, wenn Preis, Darstellung oder Positionierung nicht stimmen.

Immobilie verkaufen in Wien: Markt, Preis und Strategie müssen zusammenpassen

Wenn du eine Immobilie in Wien verkaufen möchtest, solltest du nicht mit dem Inserat beginnen, sondern mit der Einordnung des Objekts. Welche vergleichbaren Immobilien werden angeboten? Welcher Preis ist realistisch? Welche Käufer kommen infrage und wie soll der Verkauf organisiert werden? Zum Ablauf gehören am Ende auch Kaufvertrag, Eigentumsübertragung und die sorgfältig geplante schlüsselübergabe.

Gerade der Wiener Markt zeigt, warum pauschale Aussagen schwierig sind. Die Unterschiede zwischen Bezirken, Immobilienarten und einzelnen Lagen sind groß. Eine realistische Bewertung und eine klare Verkaufsstrategie schaffen deshalb die Grundlage für den weiteren Prozess. Der Kaufvertrag wird meist von einem Notar oder Rechtsanwalt erstellt; ein Notar ist für Beglaubigung und Eigentumsübertragung zentral, und ein fehlerhafter Kaufvertrag kann rechtliche Probleme verursachen. Steuerlich gilt außerdem meist: Der Käufer zahlt 3,5 % Grunderwerbsteuer und 1,1 % Grundbuch-Eintragungsgebühr, während auf Verkäuferseite in Österreich auf Gewinne aus dem Verkauf in der Regel 30 % Immobilienertragsteuer anfallen können.

Häufig gestellte Fragen

Das hängt unter anderem von Mikrolage, Immobilienart, Fläche, Zustand, Nutzungsmöglichkeiten und Nachfrage ab. In Wien liegt die Preisspanne grob zwischen 2.500 € und 18.000 € pro Quadratmeter, je nach Lage, Objekt und Zustand; auch die individuelle Situation des Verkäufers kann den Preis beeinflussen. Durchschnittliche Quadratmeterpreise für Wien oder einzelne Bezirke sind deshalb nur eine erste Orientierung.

Beides ist möglich. Viele Eigentümer wählen je nach Zeitbudget und gewünschter Unterstützung zwischen Privatverkauf und Makler. Beim Privatverkauf behältst du die Kontrolle, übernimmst aber auch Bewertung, Marketing, Anfragen, Besichtigungen und Verhandlungen selbst. Ein Makler kann sinnvoll sein, wenn du dafür Unterstützung oder lokale Marktkenntnis möchtest.

Das hängt von der Immobilie ab. Häufig reichen gute Fotos, Ordnung und kleinere Verbesserungen. Professionelle Immobilienfotografie kann die Attraktivität zusätzlich deutlich erhöhen und verbessert oft die Qualität der Präsentation. Bei leerstehenden oder schwer einzuschätzenden Räumen kann Home Staging zusätzlich helfen.

Achte darauf, dass der Makler Erfahrung mit deiner Immobilienart und deiner Region besitzt. Gute Maklerkommunikation erfolgt oft telefonisch oder per E-Mail. Lass dir insbesondere die Bewertung, den empfohlenen Startpreis und die geplante Vermarktungsstrategie erklären, die auf die passenden Kunden ausgerichtet sein sollte.

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